Steckbrief – Der Schiefe Schillerporling (Chaga), ein wertvoller Heilpilz

Der Schiefe Schillerporling (Chaga) - ein wohltuender Heilpilz

Der Schiefe Schillerporling (Inonotus obliquus), unter Heilpilzkennern auch "Chaga" genannt, ist ein wertvoller Heilpilz der hauptsächlich an Birken in kühlen, feuchten Regionen vorkommt. Die Gattung Inonotus gehört zur Familie der Borstenscheiblingsverwandten (Hymenochaetaceae), die Sporenbildung findet an Ständern statt, damit zählen sie zu den Ständerpilzen (Basidiomyceten). Inonotus obliquus kommt in zwei unterschiedlichen Wuchsformen vor. Die Fortpflanzungsfähige (anamorph) Form bildet resupinate (flächig, ausgebreitete) 5-10mm dicke Fruchtkörper. Die Röhrenschicht besteht aus ca 7mm langen Röhren die Anfangs blass-honigbraun silbern schimmern, im Alter aber dunkel bis fast ganz schwarz werden. Häufiger anzutreffen ist die knollenartige, nicht Fortpflanzungsfähige Erscheinungsform (telemorph). Sie gleicht eher einem Baumgeschwür als einem Baumpilz, mit dem der Chaga auch gerne verwechselt wird.  Seine dunkel- bis schwarzbraunen Knollen wachsen krustenartig mit harter, korkiger Konsistenz vorwiegend an Birke. Charakteristisch ist die gelb-marmorierte Struktur im Inneren der Knollen. Nur die knollige Erscheinungsform kann geerntet und als Heilpilz verwendet werden.

VORKOMMEN & HABITAT

Als parasitischer Holzbewohner (Saprobiont) verursacht Inonotus obliquus massive Weißfäule an Laubbäumen, vorallem an verschiedenen Birken. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Russland, Skandinavien, Mittel- und Osteuropa, Nordeuropa, Japan, Korea und Zentralasien (Kasachstan). Da er kaltfeuchte Regionen bevorzugt, ist er in West- und Südeuropa seltener anzutreffen. Der Pilz bildet ganzjährig Fruchtkörper aus.

BESONDERHEITEN

Seit Jahrhunderten wird in Sibieren und Russland Chaga-Tee gegen viele Leiden getrunken; einer Legende nach soll der Großfürst von Kiew, Wladimir Monomach, sich mit der Hilfe des Pilzes von seinem Unterlippenkrebs befreit haben. In Norwegen wird der Pilz seit jeher "Kreftjuke - Krebsporling" genannt, dies deutet auf seine mittlerweile nachgewiesene Wirksamkeit bei Krebsleiden hin. Außerhalb Osteuropas war die Heilwirkung dieses Pilzes lange unbekannt, doch mittlerweile erlangt er zur Behandlung verschiedener Krankheiten und zur Unterstützung des Immunsystems auch in unseren Breiten große Beliebtheit.

Ordnung: Hymenochaetales
(Borstenscheiblingsartige)
Familie: Hymenochaetaceae
(Borstenscheiblingsverwandte)
Gattung: Inonotus (Schillerporlinge)
Art: Inonotus obliquus
(Schiefer Schillerporling)
Größe: bis 20cm Durchmesser, auch größer
Hut (Telemorphe Wuchsform): frisch ledrig, trocken brüchig, hygrophan,
resupinat bis zu 1m Länge
Hut (Anamorphe Wuchsform): korkig, brüchig, aus der Rinde
herausbrechend
Stiel: nicht vorhanden
Farbe: dunkel- schwarzbraun, Fruchtfleisch gelb-marmoriert
Geruch: neutral
Geschmack: unbedeutend
Sporenpulverfarbe: gelb-braun
Sporen: 7,5-10 x 5-7,5µm, hyalin, eliptisch,glatt, cyanophil
Vorkommen: Laubholz, vorwiegend Birke, ganzjährig, Hauptverbreitungsgebiet liegt in der Nördlichen Hemisphere
Gifthinweis: Gilt als Heilpilz
Verwechslungsgefahr: Nectria galligena
Kretzschmaria deusta
Hypoxylon multiforme

 

WIRKUNG & ANWENDUNG

Gegen welche Beschwerden kann Chaga helfen?

Eins vorneweg.. In Deutschland darf kein Produkt welches nicht durch anerkannte medizinische Studien bestätigt wurde als Heilmittel verkauft werden. Diese nicht-verifizierten Produkte kommen dann nur als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt, jegliche Angaben zur Wirkung fehlen in der Produktbeschreibung. Studien sind allerdings sehr teuer und zeitaufwendig und somit nur von einigen wenigen großen Firmen zu stämmen. Viele dieser Firmen möchten natürlich gerne ihre eigenen Produkte und Medikamente verkaufen und sind nicht wirklich daran interessiert Studien an Naturprodukten durchzuführen um deren Wirksamkeit zu prüfen. Andere Länder sind da bereits weiter und forschen seit einigen Jahren an verschiedensten Heilpilzen und deren Wirkung am Menschen.

Durch die vielen positiven Erfahrungsberichte erlangt der Chaga aber auch hierzulande mittlerweile größere Beliebtheit.

Achtung vor Chaga-Angeboten im Internet: Chaga-Kaspeln sind unwirksam, damit die Inhaltsstoffe gelöst werden muss der Pilz entweder gekocht oder ein Alkoholauszug gemacht werden. Chaga nur aus Wildsammlungen und nie in Kaspel oder Pulverform kaufen.

Anwendungstipps: Damit der Pilz seine volle Wirkung entfalten kann sollte die Anwendung über einen längeren Zeitraum erfolgen (mind. 6 Wochen).

Wirkungsspektrum:
- Magen-Darm-Erkrankungen (Morbus-Chron, Reizdarm etc)
- Unterstützend und Tumorhemmend bei Krebserkrankungen (besonders bei Lungen-, Magen-, Darm- und Hautkrebs)
- Linderung von Nebenwirkungen in der Chemotherapie
- Entzündungshemmend (vorallem im Magen-Darm-Bereich)
- bei allergischen Hauterkrankungen
- Neurodermitis
- stärkt das Immunsystem
- Antiviral
- Äußerlich reinigend & desinfizierend
- Antioxidativ
- Äußerlich: reinigend und desinfizierend

Mögliche Nebenwirkungen:
- in seiner traditionellen Verarbeitungsform (Tee,Konzentrat,Tinktur) hat der Pilz keinerlei Nebenwirkungen!
- Die Verwendung von Kaspeln oder Pulver kann dagegen zu Verstopfungen oder Durchfall führen, meist werden die  Kapseln aus gezüchtetem Chaga in China industriell hergestellt. Die Inhaltstoffe der gezüchteten Pilze sind um ein vielfaches geringer als in der Wildform.

Tee

30g Chaga in 1-1,5 Liter Wasser 20min köcheln. Über den Tag verteilt trinken.
Der Chaga kann bis zu 5mal ausgekocht werden. Den gekochten Chaga in einem Schraubglas mit Chaga-Tee übergießen und im Kühlschrank aufbewahren.

Konzentrat

200g getrockneten Chaga mit ca. 2 Liter Wasser im geschlossenen Topf 12 Stunden köcheln (muss nicht an einem Tag erfolgen). Immer wieder Wasser bis zur 2 Liter-Marke nachgießen.
Nach der letzten Wasserzugabe nochmal mindestens 3h köcheln.

Absieben -> Abfüllen -> Fertig. Im Kühlschrank mindestens 6 Monate haltbar.
Anwendung: 2-4x täglich drei Esslöffel in Wasser oder einem Getränk ihrer Wahl.

Tinktur

100g Chaga in einen Liter 40%igem Alkohol (Obstler, Vodka) geben, an einem warmen Ort mindestens 6 Wochen ziehen lassen (regelmäßig schütteln).
Anschließend abseihen und abfüllen.

 

 

Rezepte & Bilder sind aus der Chaga-Facebook-Gruppe übernommen (mit Erlaubnis). Für weitere Informationen & Austausch kann ich diese kompetente Gruppe sehr empfehlen.